Im Sessel des Ministerpräsidenten Platz genommen



Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule nahmen in einem Planspiel die Rolle von Abgeordneten ein

Jahrgang 10 der Gesamtschule Hörstel besucht den Landtag in Düsseldorf

Die Europawahl und das Video des Youtubers Rezo haben Schockwellen durch das Land gesendet: Die Jugend ist nicht mehr politikverdrossen, sondern politisch aktiv und bezieht Stellung zu Themen, die entscheidend sind für die Gestaltung ihrer Zukunft.

Am 03.06. und am 17.06. besuchten Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 der Gesamtschule Hörstel den Landtag in Düsseldorf, um zu erfahren, wie Politik funktioniert. Der Landtag trifft Entscheidungen, die sie betreffen: Schul- und Bildungspolitik, Digitalisierung, aber auch Klimapolitik im Land NRW.

Zunächst erfuhren die Besucher in einem Planspiel im Plenarsaal Grundlagen der landespolitischen Arbeit: Sie schlüpften in die Rollen von Politikern der verschiedenen Landtagsfraktionen, lernten in ihren Rollen die Arbeit der Regierung, der Fraktionsvorsitzenden oder des Landtagspräsidenten kennen. Dabei konnten sie anhand einer fiktiven Gesetzesänderung, die ein Wahlrecht auch Kindern und Jugendlichen einräumen wollte, die Lesung einer Plenarsitzung in ihren Rollen durchspielen. Der Hammelsprung, eine Abstimmungsmöglichkeit bei unklaren Mehrheitsverhältnissen, bei dem die Abgeordneten durch verschiedene Türen gehen, um Zustimmung, Ablehung oder Enthaltung auszudrücken, beendete den ersten Höhepunkt des Programms, durch das die Mitarbeiter des Besucherdienstes des Landtages kompetent und schülernah führten.

Im Anschluss diskutierten die jungen Gäste mit den Abgeordneten Alexander Brockmeier (FDP) und Andrea Stullich (CDU). Brockmeier ist zurzeit jüngster Delegierter im nordrhein-westfälischen Landtag. Der Politiker aus Rheine berichtete am 03.06. von seinen ersten politischen Erfahrungen als Klassen- und Schülersprecher und darüber, wie er erkannte, dass er in der Politik etwas bewegen kann und will. Auch durch die kritischen Fragen der Schülerinnen und Schüler zur Kommunikation der Parteien in sozialen Netzwerken, zur Digitalpolitik oder zur Haltung der FDP in der Gestaltung des Klimawandels setzte sich eine interessante und kurzweilige Diskussion im Gang, die eine Stunde im Flug vergehen ließ.

Die CDU-Abgeordnete Andrea Stullich schilderte am 17.06. zunächst, wie sie als Journalistin vom Hörfunk ihren Weg in die Politik fand. Sie war unter anderem Chefredakteurin beim Lokalsender Radio RST. Als herausfordernd beschrieb sie das Spannungsfeld, in dem sich Journalisten bewegen, wenn sie sich parteipolitisch engagieren wollen und gleichzeitig die Adressaten ihres journalistichen Schaffens immer eine ausgewogene Berichterstattung erwarten dürfen. Die Abgeordnete berichtete unter anderem von ihrer Funktion als medienpolitische Sprecherin ihrer Fraktion oder der für sie besonders spannenden Arbeit im Petitionsausschuss des Landtages, der Probleme einzelner Bürger mit Verwaltungen und Behörden schlichtet. Die Besuchergruppe hatte eine Stunde Zeit, die Mandatsträgerin auch mit kritischen Fragen zu löchern. Hinterfragt wurde etwa das Engagement der Landesregierung in der Klimapolitik und der zögerliche Netzausbau. Auch wurde die Politikerin zu ihrer persönlichen Meinung zum Video des Bloggers Rezo befragt.

In der Cafeteria des Landtages konnten sich alle Teilnehmer zum Abschluss des Besuches über ihre Erfahrungen austauschen und kontroverse Themen weiter vertiefen. Während viele Schülerinnen und Schüler feststellten, einiges Neue über den Landtag und die Arbeit der Politikerinnen und Politiker erfahren zu haben, schienen sich so manche Nachwuchspolitiker/innen in ihren Stühlen schon sehr wohl zu fühlen. Für sie stellt sich die Gretchenfrage: Finde ich die passende Partei, um meine politischen Vorstellungen erfolgreich umzusetzen oder gründe ich sie gleich selber? Und wer ist eigentlich dieser Armin Laschet, auf dessen Stuhl ich sitze?

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